Es war nicht immer Parkinson

19,90 

Gerry Damböck
Ein ausgefülltes Leben zwischen München und Australien

Softcover 270 Seiten
Format 13 x 19,5 cm
ISBN 978-3-00-054768-3

Lieferzeit: 5 Tage

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PARKINSON – mit dieser Diagnose konfrontiert zu werden, war zunächst ein Schock, dennoch versuchte Gerry Damböck, das Maximale an Lebensgenuss aus dieser Situation herauszuholen. Dieser Lebensabschnitt sollte nicht den Stempel „sinnlos“ erhalten. Gerry begann zu recherchieren, sein Leben lief gewissermaßen noch einmal an seinem geistigen Auge vorbei. Angefangen von der Kindheit und Jugend im Münchner Norden bis hin zu seiner zweimaligen Auswanderung nach Australien ist dieses Buch auch ein Stück Zeitgeschichte.

„Ich empfinde Parkinson als die größte Herausforderung in meinem Leben“, so beschreibt Gerry Damböck seine jetzige Situation. „Dass das Leben langweilig wäre ohne Aufgaben, die es zu lösen gilt und die den Geist herausfordern“, ist  seine Antwort darauf.

Ein chinesischer Bauer hatte nur einen Sohn. Dieser sollte später den Hof übernehmen. Wie das Schicksal aber manchmal bitter zuschlägt, verunglückte der Sohn und es musste ihm ein Bein amputiert werden. Der Bauer hätte eigentlich jammern und klagen und sein Unglück in die Nachbarschaft tragen müssen, doch nichts dergleichen geschah. Die Nachbarn wunderten sich sehr darüber und bedauerten ihn: „Dein einziger Sohn ist nun ein hilfloser Krüppel geworden und kann dir im Alter keine große Hilfe mehr sein.“ Der Alte schaute in die Runde und entgegnete: „Vielleicht ist es ein Unglück, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon?“

Kurze Zeit später brach ein unglaublich verlustreicher Krieg zwischen Japan und China aus. Alle wehrfähigen Männer wurden eingezogen, nur nicht der Sohn des Bauern. Mit nur einem Bein kann man nicht in den Krieg ziehen. Der Krieg forderte so viele Opfer, dass nur  wenige Männer nach Hause zurückkehrten. Der Bauer jedoch hatte noch  seinen Sohn und somit auch einen Erben, der sein Lebenswerk vollenden würde. Die Nachbarn aber trauerten über den Verlust ihrer Söhne.

Nach einer alten taoistischen Parabel

Vor etwa 16 Jahren wurde bei mir die Krankheit Parkinson diagnostiziert.

Meiner Lebensgefährtin Pia war aufgefallen, dass meine linke Schulter und damit auch der linke Arm kraftlos herunterhingen. Beim Gehen schwang der Arm nicht mit. Pia überzeugte mich, einen Arzt aufzusuchen – am besten einen Neurologen, da waren wir uns einig. Unsere Wahl fiel auf einen sehr erfahrenen Mediziner, sein berufliches Wissen hatte er sich im Parkinson-Center in Paris angeeignet. Sehr schnell stellte er deshalb die Diagnose: PARKINSON. Um das jedoch sicher bestätigen zu können, fehlten noch einige Nachweise. Einer der üblichen Tests folgte. Ich sollte handschriftlich etwas aufs Papier bringen. Erwartet wurde, dass die Schrift sehr schlecht ist und ständig kleiner wird. Aber nichts dergleichen geschah. Fehlanzeige?

Der nächste Test wurde herangezogen. Ich musste eine Parkinson-Tablette schlucken. Der Herr Doktor erwartete eine Reaktion darauf. Die gab es aber nicht. Daraufhin wurde ich in die Röhre geschickt – im Klinikum Großhadern. Diese Untersuchung verschaffte Klarheit. Von da an wusste ich: Ich habe Parkinson. Im täglichen Leben änderte sich vorläufig nichts. Es fiel mir nur auf, dass meine Leistungsfähigkeit nachließ, besonders bei meinen beiden Hauptsportarten, dem Radfahren und dem Schwimmen. Die Bestätigung der Krankheit war trotzdem ein Schock. Einige Tage später sollte wieder einmal eine große Reise beginnen. Mein erster Gedanke: absagen. Doch dann blieb ich ganz cool dabei, diese Reise zu wagen. Es war eine Kreuzfahrt nach Kairo, Israel und Griechenland.

Jahr um Jahr verging.  Langsam und fast unmerklich schlich sich die Krankheit in meinem Inneren ein – ungeliebt wie ein unerwünschtes Baby.

Meine ständigen Abenteuerreisen behielt ich dennoch bei, doch ich muss gestehen, dass diese immer beschwerlicher wurden. Aber ich ließ nicht locker. Tag und Nacht suchte ich die Herausforderung, um auf diesem Weg der Krankheit zu begegnen – oder mich von ihr abzulenken. Ich glaubte an den Trugschluss, der erste Parkinson-Patient zu werden, der die Krankheit besiegt.

Im tiefen Bewusstsein, schon ein paar Mal in meinem Leben dem Tod entgangen zu sein, versuchte ich jetzt, das Maximale an Lebensgenuss aus dieser Situation herauszuholen. Dieser Lebensabschnitt sollte nicht den Stempel „sinnlos“ erhalten. So begann ich zu recherchieren. Oft war mein Gehirn überlastet, aber wie ein Panzer zog ich unbeirrt meine Bahn. Mein Leben lief gewissermaßen noch einmal an meinem geistigen Auge vorbei. Dabei entdeckte ich immer wieder neue und erzählenswerte Begebenheiten, die mich darin bestätigten, dieses Buchprojekt in Angriff zu nehmen.

Im Nachhinein kann ich folgendes Resümee ziehen – dazu muss vorausgeschickt werden, dass ich mehr oder weniger ein Einzelgänger, oder besser gesagt ein Doppelgänger bin. Ich habe das große Glück, eine passende Lebensabschnittsgefährtin gefunden zu haben, die mir vieles ersetzt. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Die Bedeutung von Familie, Freunden und Bekannten ist deshalb in die zweite Reihe gerückt. Meinen Dank möchte ich auch der Schön Klinik für Neurologie in München aussprechen. Ohne die Betreuung durch die fachlich äußerst kompetenten Ärzte wären zumindest meine Eskapaden nicht zu verwirklichen gewesen.

Die Krankheit Parkinson bezeichne ich nicht als Pechkrankheit. Ich finde sie auch nicht so schlimm wie andere Krankheiten. Im Gegenteil: Ich empfinde Parkinson als die größte Herausforderung in meinem Leben. Für mich persönlich wäre es schlimmer, ein Körperteil abgetrennt zu haben, blind zu sein oder Krebs zu haben. Abgesehen von einer Krankheit ist die Vorstellung, in einem Land leben zu müssen, aus dem man flüchten muss, unerträglich.

Wie gut dagegen hat es ein Parkinson-Patient in Deutschland. Er hungert nicht, er dürstet nicht, er ist medizinisch gut versorgt und kann Tag und Nacht Interessantes und Wissenswertes aus aller Welt durch die oft hervorragenden  Fernsehreportagen genießen. So gesehen bin ich noch verhältnismäßig gut dran. Eine andere schwere Krankheit oder ein seelischer Stress, der einem das Hirn zermartert, darf allerdings nicht dazukommen. Dann würde ich zustimmen, dass alles Sch… ist. Hinzu kommt, dass das Leben langweilig wäre, wenn nicht immer wieder Aufgaben kämen, die es zu lösen gilt und die den Geist herausfordern. Das sogenannte Glücksgefühl ist etwas sehr Schönes im Leben. Ich behaupte sogar, dass ein gesunder Mensch und ein Parkinson-Mensch dieses Glücksgefühl gleichermaßen stark genießen können. Vielleicht gelingt es mir, den Blickwinkel von Parkinson-Patienten in Richtung Frohsinn zu lenken.

Die amtliche Statistik ist dazu auch äußerst erfreulich: keine erhöhte Sterblichkeitsrate. Na also … packen wir’s an, es gibt viel zu tun!

Meine Kindheit und Jugend – 1941 bis 1959. . . . . . . . . . 13
Die Siedlung Kaltherberge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Der Gerhard wird geboren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Der Weltkrieg ist noch nicht zu Ende. . . . . . . . . . . . . . . 16
Eine deutsche Panzergranate triff mein Elternhaus . . . . . 18
Die Rückkehr des Vaters aus dem Krieg . . . . . . . . . . . . . 19
Das Leben nach dem Krieg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Die Zwangsenteignung der Siedlung Kaltherberge . . . . . 21
Ein Leben wie Asylanten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Die Rückkehr in die Siedlung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Wieder in eine Pflegefamilie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Alles zu Geld machen – 1952. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Eine eigene Bude. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Der Balljunge – 1953/54. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .32
Der Rummelplatz – 1954/55 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Der Sonderzug von München nach Hamburg –
August 1955 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Der Ernst des Lebens beginnt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Das Erziehungsheim Birkeneck – und die
spektakuläre Flucht daraus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Weiter geht es mit der Ausbildung und dem Geldverdienen. . 43
Puppy love . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Meine erste Auswanderung nach Australien – Ende 1959. . 52
Mein erster Job bei der Australian Railway . . . . . . . . . . . 56
Weiter geht’s mit der Australian Jam Company. . . . . . . . 64
Wohnen im Kolpinghaus und erster Friseurjob . . . . . . . 66
Meine besten Freunde. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
Krokodiljagd. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Nach dem Überleben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
Wieder bereit für neue Abenteuer. . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Eine Gemüsefarm in Aussicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
Bauzeichner in Sydney . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
Die Philippinen und Juliettes Familie. . . . . . . . . . . . . . . 91
Ankunft auf den Philippinen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
Die philippinische Hochzeit – Januar 1963. . . . . . . . . . . 97
Juliette bleibt noch sechs Monate . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
Wieder zurück in Deutschland – 1963 . . . . . . . . . . . . . . 101
Geldverdienen ist angesagt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
Endlich vereint mit Juliette. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
Unser gemeinsames Leben beginnt. . . . . . . . . . . . . . . . 108
Mein Spezialgebiet – Baupläne zeichnen. . . . . . . . . . . . 112
Ein Gartengrundstück am See. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
Der Euro-Industriepark entsteht. . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
Ein kurzes Zwischenspiel in Australien. . . . . . . . . . . . . 119
Das nächste Ziel – Bautechniker. . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
Mein Traumberuf – Architekt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
Die Exotic Baubetreuung GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . 123
Das Dschungelhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125
Die zweite Auswanderung nach Australien – 1983. . . . . 131
Gründung der Firma Exotic Homes PTY. Limited. . . . 134
Das Schwarze Melanom – 1985 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
Die Urlaubsanlage Exotic Towers am Great Barrier Reef.142
Die Trennung von Juliette. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
Das Pendel Deutschland/Australien ändert sich. . . . . . . 154
Wie ging es weiter mit Juliette?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156
Mein Leben mit Parkinson. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
Die Diagnose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
Die Führerscheinfrage. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
Der Medikamenten-Cocktail . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165
Erlebnisse im Krankenzimmer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
Gespräche im Speisesaal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
Scharlatane. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171
Tablettenchaos – erster Fall. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174
Tablettenchaos – zweiter Fall. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
Allerlei Reise-, Immobilien- und Berufsgeschichten. . . . 182
Bahamas, Miami, Florida Keys. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
Gomera – die Aussteigerinsel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .197
Das Hausprojekt auf der Insel Teneriffa. . . . . . . . . . . . . 200
Die Diebe von Chayofa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
Der Verkauf des Hauses . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
Mallorca – das Bauen ist ein Erlebnis . . . . . . . . . . . . . . 209
Karaoke und heiße Girls. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
In großer Gefahr. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220
Nächtliche Gangsterverfolgung. . . . . . . . . . . . . . . . . 224
Dubai, die Glaubensfalle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228
Eine Kreuzfahrt mit Zwischenstopp in Kairo . . . . . . . . 232
Überfall in Ungarn. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238
Überfälle in München. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240
Der König von X-Dorf. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
Ich, der Manager . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244
Der erste Tag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245
Ich begann zu arbeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246
Mein erster Auftritt als Manager. . . . . . . . . . . . . . . . 247
Mein Manageralltag. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 248
Das Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. 248
Philippinen – eine Erbschaftsreise. . . . . . . . . . . . . . . . . 250
Jetzt geht’s zur Sache – die Reise beginnt . . . . . . . . . 253
Kurzer Zwischenaufenthalt in Manila. . . . . . . . . . . . 257
Solano, ich komme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263

Zusätzliche Information
Gewicht 0.366 kg
Größe 13 x 19.5 x 2.5 cm
Seitenzahl

270

ISBN

978-3-00-054768-3

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